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Proximale Femurfrakturen: Klassifikationsorientierte Therapie

Time : 2026-06-30

Einleitung


Es existieren zahlreiche Klassifikationssysteme (über ein Dutzend) für Frakturen des proximalen Femurs. Die meisten basieren auf zweidimensionalen Röntgenaufnahmen und konzentrieren sich primär auf die Stabilität der medialen Wand, während der Integrität der lateralen Wand unzureichend Beachtung geschenkt wurde. Auf Grundlage des Verlaufs der Frakturlinie im proximalen Femur sowie unter Berücksichtigung der Stabilität der medialen Wand und der Integrität der lateralen Wand schlugen Zhang Zhishan, Zhou Fang und Kollegen vom Dritten Krankenhaus der Peking-Universität die PUTH-Klassifikation (Peking University Third Hospital) (siehe Abbildung unten) vor.

PUTH-Klassifikation

Typ I – Die laterale Frakturlinie beginnt zwischen der Basis des Femurhalses und der lateralen Spitze des großen Trochanters und verläuft medial bis zum kleinen Trochanter, d. h. intertrochantäre Fraktur .
Typ II – Die laterale Frakturlinie beginnt zwischen der lateralen Spitze des großen Trochanters und der lateralen Kortikalis auf Höhe distal des kleinen Trochanters; die laterale Wand ist frakturiert, d. h. Rückwärts verlaufender schräger intertrochanterer Fraktur.
TYP III – Die laterale Frakturlinie beginnt zwischen der lateralen Kortikalis auf Höhe distal zum kleineren Trochanter und der lateralen Kortikalis 7,5 cm distal zum kleineren Trochanter, d. h. Subtrochanterfraktur .
Typ IV – Komplexe Frakturen, bei denen die Hauptfrakturlinie lateral im subtrochanteren Bereich verläuft und mit Frakturen der lateralen Wand oder des großen Trochanterbereichs kombiniert ist – d. h. Typ III + Typ I, Typ III + Typ II oder Typ III + Typ I + Typ II.

Jeder Typ ist weiter unterteilt in Untertyp A und Untertyp B je nach Vorhandensein eines separaten Frakturstücks in der posteromedialen Kortikalis (Bereich des kleinen Trochanters):
- Untertyp A: kein separates Fragment
- Subtyp B: getrenntes Fragment vorhanden

Therapieempfehlungen

Die Behandlung intertrochantärer Frakturen ist nach wie vor umstritten. Die wichtigsten Faktoren, die die Therapieentscheidung beeinflussen, sind:
1. Knochenqualität
2. Frakturtyp und -komplexität
3. Qualität der Reposition
4. Nichtreponiblen Frakturen
5. Wahl des Implantats

Spezifische Empfehlungen nach Frakturtyp:
Typ IA – Dynamische Hüftschraube (DHS) oder intramedulläre Fixation wird empfohlen.
Typ IB – Intramedulläre Fixation wird empfohlen.
Typ II – Aufgrund einer inkompetenten lateralen Wand wird eine PFP-(Verriegelungs-)Platte, PFNA oder Intertan empfohlen.
Typ III und Typ IV – Intramedulläre Fixation wird empfohlen.

Referenz
Zeng BF. *OTC-Chinesischer Kurs für Traumaorthopädie* (2. Aufl.). Shanghai: Shanghai Century Publishing (Group) Co., Ltd., Shanghai Scientific and Technical Publishers, 2021: 273–274.

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